Das Wiesenthal-Zentrum bedauert, dass ein früherer KZ-Wachmann vor einer Bestrafung gestorben ist. Der 102-Jährige, der wegen Beihilfe zum Mord an Tausenden Menschen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war, war vor kurzem gestorben, bevor über seine Revision gegen das Urteil vom Bundesgerichtshof (BGH) entschieden worden war.

Der Leiter des Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Efraim Zuroff, sagte am Donnerstag, durch den Tod vor einer Entscheidung über die Revision bleibe er dem Anschein nach „unschuldig, obwohl die Beweise für seinen Dienst als SS-Mann im Konzentrationslager Sachsenhausen sehr überzeugend waren“.Der hoch betagte Angeklagte hatte im Prozess vor dem Landgericht Neuruppin hartnäckig bestritten, überhaupt im KZ Sachsenhausen tätig gewesen zu sein. Stattdessen will er als Landarbeiter gearbeitet haben.

Diese Aussage stufte das Gericht aufgrund zahlreicher Dokumente mit den persönlichen Daten des Angeklagten, die auf eine Tätigkeit als Wachmann der SS in dem KZ hinwiesen, als nicht glaubwürdig ein.Zuroff sagte: „Bisher ist nicht ein einziger Angeklagter in den „späten Prozessen“ in Deutschland inhaftiert und für seine Verbrechen bestraft worden.“ Der Grund seien Mängel im deutschen Justizsystem, „die bei Überlebenden und ihre Familien ein bitteres Gefühl hinterlassen“, sagte er. Dennoch müsse weiter versucht werden, so viele NS-Verbrecher wie möglich zur Rechenschaft zu ziehen. Dies diene als „wichtige Geschichtslektion für die deutsche Gesellschaft und wichtiges Instrument im Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus“.

Die deutschen Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer ermordeten während der Nazi-Herrschaft (1933 bis 1945) nach Schätzungen etwa sechs Millionen Juden.Das 1977 gegründete Wiesenthal-Zentrum mit Hauptsitz in Los Angeles ist mit der weltweiten Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern bekannt geworden.


Datum: 13. Mai 2023, 11.00-17.00 Uhr
Ort: Karl-Liebknecht-Haus, Kleinen Alexanderstraße 28 in 10178 Berlin

Tagesordnung

  1. Begrüßung
  2. Bericht des Vorstands 2022
  3. Finanzbericht zum Berichtzeitraum 2022
  4. Diskussion
  5. Wahl des Vorstands
  6. Wahl der Revisionskommission
  7. Satzungsänderung
  8. Information zur Gedenkstätte Sachsenhausen sowie zur StiftungBrandenburgische Gedenkstätten (Dr. Axel Drecoll angefragt)
  9. Ausblick 2023/2024 (Projekte: Webseite, 80. Jahrestag 11.Oktober 1944 etc.)
  10. Buchpräsentation (angefragt)

Der Brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke gab den Startschuss für die über 600 Läuferinnen und Läufer. Auch Oberhavels Landrat Alexander Tönnies, der Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen, Dr. Axel Drecoll und der Geschäftsführer AWU Oberhavel, Manfred Speder, nahmen an dem Lauf teil.

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In der Gedenkstätte Sachsenhausen fand am 23. April 2023 die Gedenkveranstaltung zum 78. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen durch sowjetische und polnische Soldaten am 21./22. April 1945 statt. Brandenburgs stellvertretende Ministerpräsidentin und Sozialministerin Ursula Nonnemacher, der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, Jörg Wojahn, der Präsident des internationalen Sachsenhausen Komitees, Dik de Boef, und zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter internationaler Opferverbände sowie zahlreiche Repräsentantinnen und Repräsentanten des diplomatischen Korps und des öffentlichen Lebens legten am zentralen Gedenkort „Station Z“ im Gedenken an die mehr als 55.000 Opfer des KZ Sachsenhausen Kränze nieder. Die Veranstaltung, an der rund 300 Menschen teilnahmen, fand in Anwesenheit des Überlebenden Edgar Dzialdow aus Hamburg sowie zahlreicher Angehöriger ehemaliger Häftlinge statt.